Angststörungen - eine Einschränkung in der persönlichen Freiheit

Viele Menschen leiden unter Ängsten, die sie sich selber nicht erklären können. Manche werden – „wie aus heiterem Himmel“ – von einer namenlosen Angst befallen, die kaum auszuhalten ist. Andere wiederum haben Angst davor, an einer Krankheit zu leiden. Einige gehen aus Angst vor der befürchteten Diagnose nicht zum Arzt. Die anderen vermag kein noch so guter Befund zu beruhigen.

Angst vor einer Ansammlung von Leuten hindert Menschen daran, öffentliche Verkehrsmittel zu benützen, ein Geschäft zu betreten oder ein Restaurant aufzusuchen. Im Extremfall kann eine von Angst gepeinigte Person die Wohnung kaum mehr verlassen.

Menschen, die an derartigen Ängsten leiden, fühlen sich diesen meistens hilflos ausgeliefert.

Psychotherapeutische Behandlung

Angst besitzt dann einen Krankheitswert, wenn es keinen objektiven Grund für sie gibt und sie einem Korrektiv nicht zugänglich ist.

Betroffene kommen in die Psychotherapie, weil sie von ihrer Panik befreit werden möchten. Ich lade meine Klient_innen mit Angststörungen zunächst einmal dazu ein, den Sinn hinter der scheinbar sinnlosen Angst aufzuspüren. Das erstmalige Auftreten von Ängsten gibt oft Aufschluss über ihren Ursprung. Häufig geht es um einen Konflikt zwischen Autonomie und Abhängigkeit. Man möchte an der aktuellen Lebenssituation etwas verändern, hat aber Angst, das Vertraute aufzugeben und dadurch Sicherheit zu verlieren. Hin- und hergerissen zwischen diesen beiden Wünschen, fühlt man sich gelähmt und unfähig, Entscheidungen zu treffen.

 

Betroffene spüren die ursprüngliche Angst häufig gar nicht, sondern nehmen erst die psychovegetativen Reaktionen des Körpers auf die Angst wahr. So bekommen sie zum Beispiel Herzrasen, halten dieses Symptom für das Anzeichen eines Herzinfarktes und geraten in Panik. Aus Angst vor einer Panikattacke meiden sie dann Situationen, in denen sie sich ausgeliefert fühlen.

 

Im Rahmen der Therapie lernt man, Auslöser und Vorboten der Angst zu erkennen. Man bekommt wieder mehr Kontakt zu den eigenen Gefühlen und erlaubt sich, diese ernst zu nehmen. Mit wachsender Selbstwahrnehmung gelingt es, das Auftreten von Panikattacken immer häufiger zu vermeiden.