Psychotherapiepraxis Dr. Ulrike Paul
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Schwerpunkte

Im Laufe der Jahre haben sich einige psychische Probleme und Krankheitsbilder herauskristallisiert, mit welchen ich besonders häufig konfrontiert bin und auf welche ich mich in der Folge ganz besonders spezialisiert habe. Dazu zählen psychosexuelle Probleme und Geschlechtsidentitätsstörungen, Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen,  Angststörungen sowie chronische Erkrankungen. Ich verfüge über Erfahrung in der Arbeit mit schwer traumatisierten Menschen, Personen mit kognitiven Beeinträchtigungen und Menschen mit Migrationshintergrund.

 


Sexuelle Probleme

Viele Menschen sind mit ihrem Sexualleben unzufrieden. Trotz des vermeintlich so freizügigen Klimas, fällt es immer noch schwer, über Probleme im Bereich der Sexualität zu sprechen. Sexuelle Funktionsstörungen wie Erektionsstörungen, vorzeitiger Samenerguss, Scheidentrockenheit und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr zählen zu den verbreiteten Leiden. Manchmal ist aber auch einfach "die Luft draußen" aus der partnerschaftlichen Sexualität und es will nicht so recht gelingen, die einstige Leidenschaft wieder zu entfachen. Leiden die einen an Unlust, so fühlen sich andere wiederum ihrem permanenten Verlangen nach Sex ausgeliefert. Sie verbringen viele Stunden täglich im Netz, nicht wenige verschulden sich, da sie Unsummen für käuflichen Sex ausgeben.

Der Druck, funktionieren und der Norm entsprechen zu müssen, dem sich viele ausgesetzt sehen, verstärkt in der Regel die Symptomatik.

Wer sich in seiner Sexualität besser kennen lernen und zu einer authentischen und bedürfnisgerechten Sexualität hin finden will, den begleite ich gerne auf diesem Weg.


Sexuell anders - was ist schon normal?

Schwule, lesbische, bisexuelle und transidente Menschen sowie Personen mit besonderen sexuellen Neigungen wie SM befürchten häufig, vom Therapeuten in ihrer sexuellen Orientierung, geschlechtlichen Identität und Lebensweise nicht angenommen und verstanden zu werden.

In der Psychotherapie möchte man sich öffnen, ohne Angst haben zu müssen, als exotisch, krank oder pervers zu gelten. Eine aufgeschlossene Haltung  gegenüber vielfältigen sexuellen Orientierungen, Gender-Identitäten und Lebensstilen sowie sexualwissenschaftliches- und therapeutisches Fachwissen und Genderkompetenz seitens des Therapeuten/der Therapeutin sind entscheidende Voraussetzungen, damit Hetero-Normalität und das Leiden an ihr im Rahmen der Psychotherapie produktiv hinterfragt werden können.       

Bei Fragen des Coming-Out, der Vereinbarkeit von heterosexuellem Lebensentwurf und homosexueller bzw. bisexueller Orientierung, der Geschlechtsidentität, des Gender-Mobbings am Arbeitsplatz und in der Schule, der Lebbarkeit normabweichender sexueller Wünsche, bei Angststörungen in Folge abgewehrten Begehrens etc. kann man sich gerne an mich wenden. Wer aber als schwuler Mann, als lesbische Frau oder Transsexuelle(r) ein Problem hat "wie jede(r) andere auch" und dieses in einem vorurteilsfreien Klima bearbeiten möchte, dem stehe ich auch gerne zur Verfügung.


Sexuelle Gewalt

Sexualität ist leider nicht nur eine Quelle der Freude, sondern oftmals auch ein Lebensbereich, in dem viele Verletzungen zugefügt werden. Viele Menschen leiden unter den Folgen sexualisierter Gewalt, der sie in ihrer Kindheit und Jugend ausgesetzt waren. Die Unsensibilität des sozialen Umfelds und eigene Scham hindern oftmals daran, sich anderen anzuvertrauen. Aber auch erwachsene Opfer von sexueller Gewalt werden mit den belastenden Erfahrungen oftmals alleine gelassen. Die Gesellschaft ist schnell bei der Hand mit Schuldzuweisungen gegenüber den Betroffenen. Dass auch  Burschen und Männer Opfer sexueller Gewalt sind, das dringt ins öffentliche Bewusstsein erst so schön langsam vor. Betroffene sehen sich nicht selten mit Vorstellungen konfrontiert, wie sie auf die erlebte Gewalt zu reagieren hätten. Ihren Empfindungen wird somit erneut Gewalt angetan. Nicht wenige Frauen und Männer haben im Rahmen von Sexarbeit immer wieder sexuelle Grenzverletzungen erfahren. Als Prostituierte oder Stricher zu arbeiten bzw. gearbeitet zu haben, geht leider immer noch mit Stigmatisierung einher. 

Es besteht die Möglichkeit, eine Übernahme der Kosten der psychotherapeutischen Behandlung, welche für die Bewältigung der durch die sexuelle Gewalt verursachten psychischen Folgen erforderlich ist, beim Bundessozialamt zu beantragen.


Unerfüllter Kinderwunsch

Frauen und Männer mit eingeschränkter Fruchtbarkeit oder Unfruchtbarkeit überlegen oftmals, medizinisch-reproduktionstechnologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, um sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Das biologische Unvermögen, auf natürlichem Weg, ein Kind bekommen zu können, erlebt so manche(r) als persönliches Versagen. Bisweilen wird die partnerschaftliche Sexualität von diesem Problem stark in Mitleidenschaft gezogen. Es ist mitunter hilfreich, sowohl die Bedeutung, welche man der Unfruchtbarkeit beimisst, als auch den Stellenwert des Kinderwunsches für den Lebensentwurf zu reflektieren, um möglichst frei von Normendruck zur passenden Entscheidung zu gelangen. 


Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen

Sich eingestehen zu müssen, dass man von etwas abhängig ist und in einem Lebensbereich die Kontrolle eingebüßt hat, fällt meist nicht leicht. Man erlebt sich womöglich als willensschwach und geniert sich vor anderen wegen der vermeintlichen Haltlosigkeit. Verstehen zu lernen, welche Bedürfnisse man mit seiner Sucht stillt, ist einer der ersten Schritte, um vom abhängigen Verhalten etwas freier zu werden. Die Erwartung, die Sucht möglichst rasch hinter sich zu lassen, erzeugt oft einen der Genesung hinderlichen Leistungsdruck. Ich verfolge einen akzeptanzorientierten Ansatz und ermutige meine KlientInnen, selbstbestimmt den für sie passenden Umgang mit ihren Bedürfnissen zu finden.

Ich biete psychotherapeutische Hilfe bei folgenden Abhängigkeitsproblemen an:

Substanzgebundene Formen von Abhängigkeit: problematischer bzw. suchthafter Konsum legaler Drogen (Alkohol, Nikotin) wie illegaliiserter psychoaktiver Wirkstoffe (Marihuana, Ecstasy, LSD, Kokain, Heroin etc.)

Essstörungen: Anorexie (Magersucht), Bulimie (Ess-Brech-Sucht), Esssucht, Binge-Eating (das suchtartige Verschlingen von Nahrungsmitteln)

Nicht substanz-gebundene Formen von Abhängigkeit: Sexsucht, Internetsucht, Kaufsucht, Spielsucht etc.


Angehörige von demenzkranken Menschen

Die Demenz, also der hirnorganische Abbau und der damit einhergehende geistige Verfall, stellt eine Krankheit dar, an welcher, nicht zuletzt auf Grund der gestiegenen Lebenserwartung, immer mehr Menschen leiden. Mit den Betroffenen mit leiden aber auch die Angehörigen, die dem Verlust der kognitiven Fähigkeiten und der Veränderung der Persönlichkeit ihrer Lieben tatenlos zusehen müssen. Demenzkranke Menschen sind gegenüber ihrer Krankheit meist uneinsichtig, sei es, weil ihr Verstand die Beeinträchtigungen nicht mehr erfassen kann oder weil sie, insbesondere zu Beginn des degenerativen Prozesses, aus Selbstschutz Symptome verdrängen und leugnen. Hilflosigkeit, Wut, Schuldgefühle und die Angst, im Alter selbst von Demenz betroffen zu sein, sind Gefühle, die sich häufig bei Angehörigen einstellen. Trotz der großen emotionalen Belastung muss man aber die Betreuung für die demenzkranken Angehörigen in die Wege leiten, welche diese noch dazu häufig ablehnen. In dieser Phase kann es hilfreich sein, die Beziehung zu seinen Angehörigen zu klären, zumal man "offene Rechnungen" mit ihnen selbst meist nicht mehr auf produktive Weise begleichen kann. Eigenen Gefühlen wie beispielsweise Wut auf das Schicksal im Rahmen der Psychotherapie Ausdruck zu verleihen, bringt häufig eine Entlastung für die Beziehung zu den Angehörigen.    

 

 


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