Psychotherapiepraxis Dr. Ulrike Paul
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Psychotherapie - wozu?


Viele Menschen zögern, psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Meist haben sie über einen langen Zeitraum versucht, mit ihren Problemen alleine fertig zu werden. Der Entscheidung, einen Therapeuten/eine Therapeutin zu konsultieren, geht also meist eine schrittweise Annäherung voran. Man war vielleicht schon einige Male an dem Punkt, hat im Internet recherchiert und zum Telefonhörer gegriffen, aber dann doch wieder einen Rückzieher gemacht. Die Vorstellung, sich einem wildfremden Menschen anzuvertrauen, stellt mitunter eine nicht zu unterschätzende Barriere dar, die es bei der Kontaktaufnahme zu einem Therapeuten/einer Therapeutin zu überwinden gilt. "Wird der Therapeut mein Problem überhaupt verstehen?" "Wird er mich, so wie ich bin und lebe, akzeptieren?" - das sind berechtigte Sorgen, die die Suche nach dem geeigneten Therapeuten begleiten.

 

Wer mit Psychotherapie noch keine Erfahrung hat, steht dieser Behandlungsform oftmals skeptisch gegenüber. Man fragt sich vielleicht, weshalb das Gespräch mit einem Außenstehenden ergiebiger sein soll als der Austausch mit Angehörigen oder FreundInnen. Familiärer und freundschaftlicher Beistand besitzen ihre eigene Qualität und stellen im Leben jedes Einzelnen eine unverzichtbare Ressource dar. Die Bearbeitung von Problemen mit einem "Profi" bietet aber gerade den Vorteil, dass der Therapeut/die Therapeutin nicht Teil des sozialen Umfeldes ist. Daher ist es ihm/ihr eher möglich, neutral und unvoreingenommen an das Problem heran zu gehen.     


Was ist Systemische Psychotherapie?

Ziel jeder Psychotherapie ist es, das seelische Wohlbefinden und die Lebensqualität des Klienten zu verbessern. Worin dieses Ziel genau besteht und welche(r) Weg(e) dorthin führen, das bestimmt der Klient selbst. Der Therapeut kann dabei helfen, eine neue Perspektive auf einen Konflikt einzunehmen. Er kann anregen, ausgetretene Pfade zu verlassen, brach liegende Kräfte zu mobilisieren und neue Lösungsstrategien zu erproben. Da man im eigenen Leben drinnen steckt und sich selbst in der Regel nicht von außen betrachten kann, ist man gegenüber eigenen Einstellungen und Verhaltensweisen meist "betriebsblind". Die Therapie ist ein Raum, in dem man aus dem Alltag heraus tritt und unter professioneller Anleitung Sichtweisen auf die eigene Person und deren Wirkung auf andere überdenkt. Das beginnt bereits beim Verständnis des Problems, das in die Therapie führt. Häufig handelt es sich um ein Symptom, das man so rasch wie möglich loswerden möchte. Das Symptom zu sich sprechen zu lassen, zuzuhorchen, was es mitzuteilen hat, anstatt es als lästigen Fremdkörper zu betrachten, eröffnet bereits einen anderen Zugang zum bestehenden Leidensdruck. Ein Symptom ist nicht ausschließlich eine individuelle Angelegenheit. Von ihm ist nicht nur der so genannte Symptomträger, sondern auch sein Umfeld betroffen. Die sozialen Systeme wie Familie, Schule und Arbeitsplatz, in welchen man sich bewegt, erzeugen oftmals Beschwerden, tragen zu ihrer Verfestigung, aber auch zu ihrer Auflösung bei. Daher ist es auch im einzeltherapeutischen Setting wichtig, "die anderen" in die Überlegung mit einzubeziehen.


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